Beiträge

Details

K H Rein

"Seit es den E-Spielbericht gibt, ist doch eine Passkontrolle überflüssig. Die Spieler stehen doch alle im System!" So ist die landläufige Meinung unter vielen Fußballern, wenn es um die Passkontrolle geht. Dass das so nicht stimmt, wurde in den vergangenen Monaten immer wieder deutlich, weshalb der Jugendausschuss
des KFA Rhön-Rennsteig nun darauf hinweisen möchte, dass die Passkontrolle nicht fakultativ, sondern obligatorisch vor jedem Spiel stattzufinden hat.

 

Einige Mannschaften aller Altersklassen meldeten sich nach dem Spiel bei den Staffelleitern und baten ihn zu prüfen, ob ältere Spieler mitgewirkt haben. Sie hätten da so einen Verdacht. Die Nachfrage des Staffelleiters, ob denn eine ordnungsgemäße Passkontrolle durchgeführt wurde, musste jeweils verneint werden. Der Staffelleiter kann im Spielbericht jedoch nicht feststellen, ob ein Verstoß vorliegt. Denn kommt ein Spieler zum Einsatz, der gar keinen Pass hat, kann dies nur bei einer ordnungsgemäßen Passkontrolle, wie sie in vielen anderen Bundesländern vor jedem Spiel stattfindet, bemerkt werden und ist laut Spielordnung im Spielbericht zu vermerken. Hierzu ist nicht nur der Pass alleine zu betrachten, sondern mit dem zugehörigen Spieler abzugleichen.
Dass ein Nicht-Mitführen der Pässe als offizielle Ausweisdokumente kein Kavaliersdelikt ist, zeigt das nun verkündete Urteil des Sportgerichts gegen die E-Junioren des Suhler SV. Diese waren zum Punktspiel nach Zella-Mehlis ohne Pässe angereist, was bei der Passkontrolle bemerkt und im Spielbericht notiert wurde. Auch wenn der eine oder andere dem Gastgeber hier vielleicht unterstellen will, dass das unnötig wäre, so sei doch darauf hingewiesen, dass nicht nur sportrechtlich Konsequenzen drohen können. Spielt ein Spieler ohne gültigen Pass, so wirkt er unberechtigt mit. Eine Spielwertung ist laut Aussage des
Verbandsgerichts zwingend vorzunehmen, ob die beteiligten Vereine es wollen oder nicht. Verletzt sich dieser Spieler - und dies scheint vor allem im Nachwuchs die wesentlich schlimmere Konsequenz zu sein - entfällt der Versicherungsschutz. Im Klartext: Sowohl der Trainer, der den Spieler unberechtigt einsetzt, als auch der Trainer, der diesen unberechtigten Einsatz bei der ordnungsgemäß durchgeführten Passkontrolle nicht bemerkt, können im Falle einer Verletzung zivilrechtlich zu entsprechenden Schadenersatzleistungen verurteilt werden. Derartig schwere Verletzungen sind sicher selten, aber wenn es dann genau einen selbst betrifft, ist es zu spät.
Im oben genannten Spiel kam es auch zu keinen Verletzungen. Das Sportgericht musste nach Antrag aus dem Jugendausschuss aber aktiv werden und eine Spielwertung vornehmen sowie ein Strafgeld verhängen. Karl-Heinz Rein, der Vorsitzende des Jugendausschusses Rhön-Rennsteig erklärt: "Das Ausmaß der Notiz auf dem Spielbericht war der Heimmannschaft sicher nicht bewusst. Obwohl sie auch nach Hinweis unsererseits, dass eine Spielwertung nur erfolgen könne, wenn der Einspruch eingelegt werde, keinen Einspruch gegen die Spielwertung zu Protokoll gab, mussten wir von Amts wegen beim Sportgericht ein Verfahren beantragen. Und obwohl die unterlegene Heimmannschaft mehrmals darauf bestand, keine Punkte am grünen Tisch gewinnen zu wollen, musste das Sportgericht nach Sichtung der entsprechenden Stellen der Spielordnung feststellen, dass es hier keinen Ermessensspielraum gibt. Das Spiel musste für Zella-Mehlis als gewonnen und Suhl als verloren gewertet werden."
Nun bleibt zu hoffen, dass dieser Fall ein Einzelfall bleibt und andere Vereine aus diesem Fall lernen und die Passkontrolle in Zukunft ernster nehmen und gewissenhafter durchführen. Denn nur so kann festgestellt werden,dass auch nur die spielen, die spielen dürfen. Das ist nicht nur sicherer, sondern auch sportlich fairer!